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Über das Projekt

Du bist am Zug basiert auf unserer Vision vom öffentlichen Raum als einem Ort der Partizipation, individuellen Gestaltung und Kreativität. Wir glauben, dass der öffentliche Raum zu sehr von Stadtplanung, Eigentumsverhältnissen und Konsum bestimmt wird und starten demnach ein soziales Experiment: “Was passiert, wenn die Bevölkerung selbst entscheidet, was sie auf öffentlichen Flächen sehen möchte?” Dabei ist jeder Beitrag – ob textlich oder visuell – zugelassen, der sich im Rahmen geltender Gesetze bewegt. Das Projekt erhebt ebenfalls keinen Anspruch darauf, Beiträge in irgendeiner Form zu bewerten. Mit Du bist am Zug laden wir alle Menschen herzlich dazu ein, ihre Botschaften zur Collage der urbanen Landschaft hinzuzufügen.

Du bist am Zug

ist ein erster Versuch, unsere Vision der gemeinsam gestalteten Öffentlichkeit näher an die Realität zu bringen. Im Sommer 2022 werden 1500 Beiträge auf gedruckten Plakaten an verschiedenen Orten in Berlin präsentiert.
Du kannst ab sofort teilnehmen – lade Deinen Beitrag ganz einfach hier hoch!

Es gibt keine vorgegebenen Themen oder Motive – die Entscheidung liegt ganz bei Dir, was Du mit den Menschen in Berlin teilen möchtest. Es kann ein Foto, ein gemaltes Bild, ein Witz, ein Gedicht oder auch etwas ganz anderes sein. Falls Du dich inspirieren lassen möchtest, findest Du hier einige Beispiele.


Solltest Du Kinder haben, die ebenfalls etwas mit der Berliner Öffentlichkeit teilen wollen, reiche gerne auch einen Beitrag im Namen Deines Kindes ein!

Wir können keine Beiträge akzeptieren, die

  • deutsche Gesetze und Vorschriften verletzen, z.B. Persönlichkeitsrechte, Urheberrechte, Regulierungen zu Hassrede, Verleumdung und Pornographie;
  • Politische oder kommerzielle Werbung jeder Art enthalten;
  • Gefühle verletzen, Ärger provozieren oder für die Präsentation im öffentlichen Raum, wo Publikum aller Art und Alter sie sehen können, unangemessen sind;
    oder
  • für unseren Sponsor, die Wall GmbH, schädlich sind.

Wenn Dein Beitrag pünktlich bis zum 5. Juni 2022 eingereicht und genehmigt worden ist, wirst Du ihn spätestens mit Beginn des Projekts im Juli in unserer Galerie auf der Homepage finden können.

Unter den Einreichungen werden im Anschluss per Zufallsgenerator 1500 ausgewählt, die als gedrucktes Plakat auf öffentlichen Flächen der Wall GmbH gezeigt werden. Alle Teilnehmer*innen haben so die gleiche Chance, ihre Einreichung auf den Straßen Berlins als gedrucktes Plakat wiederzufinden.

Projektzeitraum

Die Beiträge werden auf den zur Verfügung gestellten Flächen im Zeitraum zwischen dem 5. Juli und dem 31. August 2022 präsentiert. Wir können weder den konkreten Ort noch das Datum oder die Dauer im Vorfeld bekanntgeben. Updates und weitere Informationen erhältst Du laufend über unsere Social Media Kanäle (siehe unten) oder hier auf der Website unter aktuelles.

Wer wir sind

Wir sind ein Forschungsteam, das sich mit Fragen der Bürger*innenpartizipation im öffentlichen Raum beschäftigt. Zeitgleich streben wir danach, den geteilten Raum der Stadt möglichst inklusiv zu gestalten. Unser spezifisches Interesse liegt darin, Menschen zu ermöglichen, die Öffentlichkeit mit ihren individuellen Beiträgen zu gestalten und damit den gemeinsam genutzten urbanen Raum inklusiver, bunter und vielseitiger zu gestalten.

Katya Assaf
Rechtswissenschaftlerin

Katya Assaf ist Rechtswissenschaftlerin, sie arbeitet an der Hebrew University of Jerusalem. Zurzeit beschäftigt sich ihre Forschung mit der Politik hinter der ästhetischen Gestaltung vom urbanen Raum.

Tim Schnetgöke
Fotograf

Tim Schnetgöke ist Diplomfotograf (Fachhochschule Bielefeld). Er lebt in Berlin und beschäftigt sich seit Jahren mit nicht beauftragter Kunst im öffentlichen Raum.

Max Mundhenke
Kommunikationsberater

Max Mundhenke ist Kommunikationsberater und entwirft Digital-Kampagnen für Kunden aus Wirtschaft und Kultur. Der studierte Medienwissenschaftler (Uni Bielefeld) und Buchautor ist in den Sozialen Medien eher unter seinem Pseudonym Tom Kraftwerk bekannt und war unter anderem an der international erfolgreichen Stadtmarketing-Kampagne der Stadt Bielefeld beteiligt (#Bielefeldmillion). Er unterstützt das Projekt in der Strategie.

Stefanie Menschner
Autorin, Werbetexterin und Poetry Slammerin

Stefanie Menschner ist Autorin, Werbetexterin und Poetry Slammerin. Sie hat Kunst- und Kulturgeschichte (M.A.) an der FSU Jena studiert und war lange als Schauspielerin selbstständig. Für das Projekt übernimmt sie, auf Grund ihres kulturellen Backgrounds und Text-Know-hows, die Content Creation.

Du bist am Zug ist ein Forschungsprojekt der Hebrew University of Jerusalem und wird in Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Team aus Künstler*innen, Journalist*innen und weiteren Helfenden betreut. Unser Ziel ist es herauszufinden, was für Botschaften Menschen teilen möchten, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen, sich im öffentlichen Raum visuell auszudrücken. Wir plädieren für ein individuelles Recht, urbane Landschaften mit eigenen Äußerungen visuell mit- und umzugestalten. Die Ergebnisse von Du bist am Zug werden in eine wissenschaftliche Forschungsarbeit miteinbezogen, welche die Zweckmäßigkeit einer rechtsverbindlichen Teilhabe an der Gestaltung öffentlicher Räume untersucht und die damit verbundenen potenziellen Chancen und Schwierigkeiten zu identifizieren versucht. Du bist am Zug ist dank dem großzügigen Sponsoring der Wall GmbH zustande gekommen. Unser Kooperationspartner für dieses Projekt ist das Berliner URBAN NATION Museum. Presseanfragen gerne an Janka Haverbeck, Haverbeck PR

Was ist Meinungsfreiheit?

Theoretisch haben alle Menschen ein gleiches Recht, sich frei zu äußern. Doch in Wirklichkeit haben nur einige wenige Individuen die Möglichkeit sich auf eine Art zu äußern, die ein breites Publikum erreicht. Der Zugang zu Massenmedien ist stark mit politischer und wirtschaftlicher Macht verbunden.

Die öffentlichen Räume der Stadt, wo wir alle täglich aufhalten, bieten die besten Möglichkeiten, sich zu äußern und wahrgenommen zu werden. Doch sind diese Räume heutzutage von Werbung, politischen Botschaften und beauftragter Kunst dominiert. Das individuelle Recht auf freie Äußerung bleibt somit ein theoretisches Ideal.

Du bist am Zug bestrebt danach, diese Lage zu verändern indem es jedem Menschen in Berlin eine Bühne – eine echte Chance, sich im öffentlichen Raum frei zu äußern – bietet. Gleichzeitig werden die Menschen in Berlin erfahren können, was ihre Mitbürger*innen mit ihnen teilen möchten. Wir hoffen, mit unserem Projekt eine neue Art von sozialem Diskurs zu starten – einen wahrhaftig inklusiven und egalitären Austausch, welcher von kommerziellen und politischen Interessen frei ist. Wir sind gespannt zu entdecken, welche Themen die Menschen in Berlin mit ihren Mitbürger*innen teilen werden.

Wem gehört der öffentliche Raum?

Theoretisch uns allen, aber was bedeutet das genau? Die praktische Bedeutung ist, dass wir alle diesen Raum zugreifen dürfen – wir benutzen ihn täglich auf dem Weg zu Arbeit, um Freunde zu treffen, einzukaufen oder auf eine andere Weise die Zeit zu verbringen. Wir können eine Statue in einem Park bewundern oder uns wundern, was ein Stück modernen Kunst bedeuten könnte.

Wir alle spielen eine passive Rolle der Konsumenten unserer eigenen Stadt – wir können sie benutzen  zu pendeln, einzukaufen, zu arbeiten – aber am öffentlichen Raum, den wir alle theoretisch besitzen, können wir nichts ändern und nichts Neues drin kreieren. Während Werbung und Graffiti um unsere Aufmerksamkeit kämpfen, bleiben die meisten Stadtbewohner unsichtbar.

Jetzt stellen Sie sich eine andere Stadt vor – eine Stadt, deren öffentliche Räume die Botschaften ihrer Bewohner tragen, deren Landschaften als eine sich ständig verändernde Collage zahlreicher Stimmen (wieder)geschaffen werden. In dieser Stadt sind die öffentlichen Räume tatsächlich öffentlich – besuchen Sie sie, und Sie werden den Welten der Stadtbewohner begegnen, leisten Sie Ihren Beitrag, und die Anderen werden auch etwas über Sie erfahren können. 

Du bist am Zug ist ein erster Schritt in Richtung dieser imaginären Stadt. Er wird etwas Raum für freie Äußerung und Kreativität lassen. Durch dieses erste Experiment hoffen wir aufzuzeigen, dass der öffentliche Raum interessant, bunt, lustig, besinnlich und berührend werden kann, wenn Menschen eine Chance haben, ihn mit den eigenen Äußerungen zu gestalten.

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